Analyse – September 2025: LNG dominiert Aufträge für Schiffe mit alternativen Kraftstoffen trotz Marktrückgang
Die neuesten Daten der Klassifikationsgesellschaft DNV von der Plattform Alternative Fuels Insight (AFI) zeigen, dass Neubauten, die mit liquefiziertem Erdgas (LNG) betrieben werden, im September 2025 die Mehrheit der Aufträge für alternative Kraftstoffe ausmachten.
Insgesamt wurden im September 2025 14 Aufträge für Schiffe mit alternativen Kraftstoffen erteilt, so die aktuellen Daten der AFI-Plattform von DNV.

Quelle: DNV
Von diesen Aufträgen waren 12 für LNG-betriebene Schiffe, wobei sechs aus dem Containersegment, vier aus dem Segment der Massengutfrachter und zwei aus dem Kreuzfahrtsegment stammten. Die verbleibenden zwei Aufträge betrafen LPG-Carrier.

Quelle: DNV
Insgesamt wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 192 neue Aufträge für Schiffe mit alternativen Kraftstoffen erteilt, was einem Rückgang von 48 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2024 entspricht. Schiffe, die mit LNG betrieben werden, machten den Großteil dieser Bestellungen aus (121), gefolgt von 43 Aufträgen für methanolbetriebene Schiffe, während der Rest aus LPG-Carriern (19), ammoniakbetriebenen Schiffen (5) und wasserstoffbetriebenen Schiffen (4) bestand.
Die neuen Aufträge im Markt für alternative Kraftstoffe werden weiterhin überwiegend vom Containermarkt dominiert, der bisher 63 % aller neuen Aufträge im Jahr 2025 ausmachte (120 Schiffe).
Jason Stefanatos, Global Decarbonization Director bei DNV Maritime, kommentierte:
„Nach einem rekordverdächtigen ersten Halbjahr signalisieren null neue Aufträge im August und relativ niedrige Aktivitäten im September eine deutliche Verlangsamung des Marktes für alternative Kraftstoffe im dritten Quartal. Während dieser Trend einen schwächeren Gesamtmarkt für Neubauten und steigende Vertragskosten widerspiegelt, beeinflussen auch andere Faktoren die Stimmung. Unsicherheiten rund um den Net-Zero-Rahmen der IMO, einschließlich der Lebenszykluskosten für bestimmte Kraftstoffe, veranlassen viele Eigentümer, einen abwartenden Ansatz bei neuen Bestellungen zu verfolgen. Daher ist es unerlässlich, dass die Branche in den kommenden Monaten eine größere regulatorische Klarheit erhält.“
