MARBEM: Stoppt Methan in der Schifffahrt – 180 % Emissionsboom
Eine neue internationale Initiative, Maritime Beyond Methane (MARBEM), hat ihre Arbeit aufgenommen, um den Übergang der globalen Schifffahrtsbranche von methanhaltigen Brennstoffen zu beschleunigen. Das Projekt kooperiert mit Politikspezialisten, Finanzanalysten, Ökonomen und Forschungseinrichtungen aus 13 Ländern. Der Schwerpunkt liegt auf der Lieferkette für verflüssigtes Erdgas (LNG), einschließlich fossiler, bio-basierter und synthetischer Varianten.
Zu den Aktivitäten gehören die Klärung von Vorschriften, die Prüfung verfügbarer Technologien und die Untersuchung von Trends, die die Bemühungen zur Reduzierung von Emissionen in der Schifffahrt beeinflussen.
MARBEM soll unabhängige, forschungsbasierte Daten liefern, um der Branche bei Entscheidungen und der Festlegung zukünftiger Ziele zu helfen. Der Start fällt mit einem Anstieg der Methanemissionen aus LNG-betriebenen Schiffen um 180 % zwischen 2016 und 2023 zusammen, was die dringende Notwendigkeit evidenzbasierter Maßnahmen unterstreicht.

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Methan, die Hauptbestandteil von LNG, hat eine stärkere kurzfristige Erwärmungswirkung als CO₂. Aktuelle Branchentrends zeigen die Dominanz von LNG: Zweifstoff-Schiffe mit LNG machen 55 % des aktuellen Auftragsbuchs aus. Prognosen warnen, dass fossiles Gas bei anhaltendem Trend bis 2030 mehr als 10 % des maritimen Energiebedarfs ausmachen könnte.
MARBEM äußert Bedenken hinsichtlich alternativer Methanbrennstoffe wie e-Methan, e-LNG, Biomethan und Bio-LNG, die eine langfristige Abhängigkeit von Methan perpetuieren und den globalen Dekarbonisierungszielen schaden könnten. Im Jahr 2023 haben LNG-Schiffe etwa 247 000 Tonnen Methan ausgestoßen, was Klimaschäden in Höhe von rund 950 Millionen US-Dollar verursacht hat – im Vergleich zu 250 Millionen US-Dollar im Jahr 2016. Diese Schätzungen basieren auf dem Sozialen Kostenwert des Methans der US-Umweltschutzbehörde (EPA) und berücksichtigen den Einfluss auf bodennahen Ozon, schließen jedoch Schäden durch CO₂, Stickoxide, Luftqualität oder gesundheitliche Auswirkungen wie Asthma aus.
In den kommenden Monaten plant MARBEM eine enge Zusammenarbeit mit der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) und EU-Regulierern im Rahmen der FuelEU-Verhandlungen, um technische Expertise bereitzustellen und die Schifffahrt an globale Klimaziele anzupassen.
