Prognose 2026: Ruhigerer und moderat wachsender Trockenfrachtmarkt durch Bauxit, Sojabohnen aus Südamerika und indische Kokskohle-Nachfrage
Zusammenfassung des Drewry-Prognose für den Trockenfrachtmarkt 2026 (Stand Ende Dezember 2025) Drewry hält an einer vorsichtig optimistischen Prognose für den Trockenfrachtmarkt (Dry Bulk) im Jahr 2026 fest und erwartet ein deutlich ruhigeres und konstruktiveres Umfeld im Vergleich zum turbulenten Jahr 2025. In 2025 dominierten geopolitische Störungen, Handelspolitik-Unsicherheiten und Tarifdrohungen häufig die fundamentalen Nachfrage-Angebot-Dynamiken.
Eine Stabilisierung zeichnete sich jedoch bereits in der zweiten Jahreshälfte 2025 ab und hat durch die jüngste Lockerung der USTR-Politik sowie das im frühen November angekündigte Tarif-Waffenstillstand zwischen den USA und China weiter an Fahrt gewonnen.

Quelle: Drewry
Die wichtigsten positiven Treiber bleiben robust: Der globale Bauxit-Export soll um 8,6 % steigen, getrieben von starker Aluminium-Nachfrage in China und Europa, Rekordlieferungen aus Guinea sowie erhöhter Produktion in Australien (einschließlich Rio Tinto mit prognostizierten 57–59 Mio. Tonnen für 2025).
Zusätzliche Unterstützung kommt aus grüner Infrastruktur, Elektrofahrzeug-Wachstum und steigenden indischen Importen. Südamerikanische Sojabohnen-Exporte stehen vor einem starken Aufschwung, mit einem Rekordernte von 178 Mio. Tonnen in Brasilien (Saison 2025–26) und einem potenziellen Verdreifachen der argentinischen Volumen auf ca. 12,6 Mio. Tonnen (über 85 % nach China) nach Aufhebung von Exportabgaben. Der indische Koks kohle-Import bleibt eine zuverlässige Nachfrage-Säule, angetrieben von Stahlproduktionsausbau und neuen Hochöfen-Projekten bei Tata Steel, JSPL und SAIL.
Zusammenfassend sieht Drewry 2026 als Jahr einer moderaten, fundamental getriebenen Erholung im Trockenfrachtsektor, wobei starke Commodity-Nachfrage den Hauptauftrieb gibt, aber Flottenwachstum und mögliche Routennormalisierung die Gewinne begrenzen. Der Baltic Dry Index liegt derzeit bei etwa 1 979 Punkten (Stand 22. Dezember 2025) und unterstreicht die laufende Stabilisierung hin zu einem ausgewogeneren Markt.
