Die systematische Analyse von Schiffsdaten bildet die Grundlage für moderne Schifffahrtslösungen. Durch die präzise Auswertung von Schiffsdaten – einschließlich Maßen, technischen Parametern und Flächenberechnungen – lassen sich Betriebsprozesse optimieren und Ressourcen effizient einsetzen. Moderne Softwaretools ermöglichen es, Schiffsdaten automatisch zu erfassen, zu validieren und in Echtzeit auszuwerten. Besonders bei der Planung von Ladungsflächen oder Routenoptimierung zeigen Schiffsdaten ihr volles Potenzial.
Die Bedeutung von Schiffsdaten erstreckt sich über den gesamten Lebenszyklus eines Schiffes – von der Konstruktion bis zur Verschrottung. Durch standardisierte Protokolle zur Erfassung von Schiffsdaten können Werften, Reedereien und Häfen reibungsloser zusammenarbeiten. Künstliche Intelligenz hilft heute, versteckte Muster in historischen Schiffsdaten zu identifizieren, um zukünftige Entscheidungen datenbasiert zu treffen. Letztlich machen erst qualitativ hochwertige Schiffsdaten eine nachhaltige und sichere Schifffahrt möglich.
Maße, Daten und Flächen
Maße und Daten
Soweit nicht gesondert festgelegt, werden alle Maße nach ISO 8666 im Zustand des voll beladenen Wasserfahrzeuges gemessen mit einer Masse von mLDC (in kg angegeben).
Dabei sind die Hauptmaße:
- LH die Rumpflänge, in m;
- LWL die Wasserlinielänge des voll beladenen Wasserfahrzeuges im mLDC Ruhezustand, in m;
- BC die Kimmbreite, gemessen nach Bild 1 bei 0,4 LWL vor dem Achterende, in m;
- 0,4 die Aufkimmung bei 0,4 LWL vor dem Achterende, gemessen nach Bild 1. Sie darf weder < 10° noch > 30° sein, in Grad;
V die für Motorfahrzeuge vom Hersteller vorgegebene Höchstgeschwindigkeit in ruhigem Wasser, das Wasserfahrzeug befindet sich unter mLDC-Bedingungen. Diese Geschwindigkeit darf nicht
sein. Für Bootstypen: Ein umfassender Leitfaden zu Segelyachten und MotorbootenSegelfahrzeuge braucht die Geschwindigkeit in kn nicht angegeben zu werden.

ANMERKUNG: Für Rundbilgen gilt die äußere Begrenzung oder Kimm als der Punkt, an dem eine Tangente 50° zur Horizontalen den Rumpf tangiert.
Flächen
Allgemeines
Rumpf, Deck und Aufbauten sind in verschiedene Gebiete eingeteilt:
- Boden.
- Seite.
- Decks.
- Aufbauten. (siehe Bild 2)

Bodenflächen
Für alle Wasserfahrzeuge bezieht sich der Bodendruck bis zur Wasserlinie (siehe Bild 2). Entsprechend dieser Definition ist der Teil des Spiegels unterhalb der Wasserlinie als Boden zu betrachten.
Legende:
- Boden (schraffierte Fläche).
- Seite.
- Deck.
- Aufbauten.
- Aufbautenoberseite.
- Hartkimme.
Seitenflächen
Der Umfang der Seitendruckfläche einschließlich Spiegel ist der jenige Teil des Rumpfes, der als nicht zum Bodenbereich gehörig betrachtet wird.
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Decks und Aufbauten
Decksflächen sind die dem Wetter ausgesetzten und begehbaren Teile des Decks. Dazu zählen auch der Cockpit-Boden, die Oberseiten von Bänken und Sitzbereiche. Aufbauten schließen alle Flächen oberhalb der Decksebene ein.
Paneele vollständig innerhalb einer Fläche oder sich über zwei Flächen erstreckend
Allgemein gilt Folgendes:
- Ist das Plattenpaneel oder die Steife vollständig innerhalb einer bestimmten Konstruktionsfläche, beispielsweise Boden, Seite, Deck, Aufbauten usw., muss sein Entwurfsdruck mittig des Paneels oder auf halber Länge der Steife bestimmt werden.
- Ragt das Plattenpaneel oder die Steife sowohl über die Bodenfläche wie auch Seitenfläche hinaus, muss sein Entwurfsdruck als konstanter Druck über die gesamte Konstruktionssfläche bestimmt werden, berechnet als gewichtetes Mittel zwischen den beiden Drücken, wie in folgendem Beispiel dargestellt.
BEISPIEL: Für ein Segelbootpaneel, das sich zu 30 % in der Bodenfläche und 70 % in der Seitenfläche befindet, ist der durchschnittliche Druck 0,3 Pb + 0,7 Ps. Dabei ist Ps in der Mitte des jeweiligen Teils des Paneels zu ermitteln, das sich oberhalb der Wasserlinie befindet.
«ACHTUNG: Für Kategorien A und B Gleitmotorfahrzeuge müssen die Seitenpaneele und Steifen sowohl im Gleit- wie auch Verdrängungsmodus analysiert werden. Anzuwenden ist der schlechteste Fall. Ist die Kimm unterhalb der Wasserlinie, erstreckt sich das Seitenpaneel über Seite und Boden (siehe Bild 2 a). In diesem Fall ist oben genanntes Verfahren 2 anzuwenden.»
