Bei einem Mastbruch auf hoher See kommt es auf schnelle und sichere Lösungen an. Notrigg bietet hier ein durchdachtes System, das Ihnen in der Notlage entscheidende Vorteile bringt. Mit Notrigg können Sie den gebrochenen Mast effizient bergen und gleichzeitig ein stabiles Notrigg installieren – für mehr Sicherheit und Kontrolle in kritischen Situationen. Das Notrigg-System überzeugt durch einfache Handhabung und robuste Bauweise, sodass Sie sich auch bei schwerem Wetter auf seine Leistung verlassen können.
Warum Notrigg die beste Wahl ist? Weil es nicht nur die Mastbergung vereinfacht, sondern auch wertvolle Zeit spart. Notrigg wurde speziell für solche Notfälle entwickelt und ist daher perfekt auf die Herausforderungen eines Mastbruchs abgestimmt. Egal, ob Sie allein segeln oder mit Crew unterwegs sind – mit Notrigg behalten Sie die Kontrolle über Ihr Boot und können sicher den nächsten Hafen ansteuern. Vertrauen Sie auf Notrigg, wenn es darauf ankommt!
Wenn der Mast bricht
Wenn der Mast gebrochen und über Bord gegangen ist, beginnen die eigentlichen Gefahren für das Boot. Die Auswirkungen wiegen im Seegang oft schwerer als der Mastbruch selbst und erfordern schnelles, aber umsichtiges Handeln der Crew.
Bergen oder nicht? Vor dieser Frage steht jeder Skipper in solcher Situation. Bevor die Antwort an Bord gegeben wird, müssen die möglichen Auswirkungen, bedingt durch die jeweilige Wetter-und Seegangssituation, kalkuliert werden. Auch ist zu überlegen, wie schnell sich der nächste Hafen mit Motorkraft erreichen lässt. Für manchen Havaristen hatte der Mastbruch fatale Folgen, weil die Crew nicht in der Lage war, das Boot von den Riggteilen zu befreien. Das gelingt nur, wenn man für den Ernstfall vorgesorgt und entsprechendes Werkzeug sowie andere Brandbekämpfung an Bord Notfallmaßnahmen Ausrüstungnotwendige Ausrüstung schnell erreichbar an Bord bereitliegen hat.
Genau überlegen sollte man sich, ob es unbedingt notwendig ist, Rot zu schießen. Oftmals lässt sich das Boot nach Bergung der Mastteile mit eigenen Mitteln wieder flottmachen bzw. mit Motorkraft bewegen. Rot wird nur geschossen bei drohender Strandung, starkem Wassereinbruch, Mann über Bord oder schwerverletzter Crew:
- Wichtigste Regel: Nicht den Motor starten! Es ist damit zu rechnen, dass loses Gut und Fallen sich Boote in Gefahr durch Leinen im Propellerim Propeller vertörnen. Bild 1(1).
- Der Bootsrumpf ist in größter Gefahr durch Baum- und Mastteile, die im Seegang schnell ein Leck schlagen können. Darum holt man die über Bord gegangenen Mastteile an Fallen oder mit Leinen als Erstes so weit mit den Winschen dicht, dass sie keine Lose zum Schlagen haben. Zwischen Bordwand und Havarieteilen werden Kojenpolster geklemmt. Bild 1(2).
- Vorsichtig an Deck bewegen! Auf den herumliegenden Tampen rutscht man aus. Wurde gar eine Ölhydraulik für den Baumniederhalter verwendet, kann das Deck aalglatt sein. Daher zweitwichtigste Regel: Nach Mastbruch die gesamte Crew anleinen. Bild 1(3).
- Erst jetzt beginnt man, vom Cockpit aus alle Fallen, Strecker und Niederholer auszuscheren. Bild 1(4).
- Stopper oder Fallklemmen öffnen und freimachen. Bild 1(5).
- Bevor mit den Bergungsarbeiten begonnen wird, alle Werkzeuge durch Stropps sichern und anleinen. Bild 1(6).

Den Mast bergen
- Zuerst Klebeband-Sicherungen entfernen. Bild 2.
- Splinte/Ringe durchkneifen. Bild 3.
- Bolzen herausziehen. Bild 4.
- Verklemmte Bolzen werden mit dem Hammer oder der Rückseite eines “Mastbruch Notbeiles” herausgeschlagen. Ein Beil ist wichtig, da sich damit am besten gebrochene Aluteile samt Kabel und Fallen auseinander trennen lassen. Bild 5.




Sind schwere Spieren zusätzlich wassergefüllt gestaltet sich die Bergung schwierig. Das Auf holen kann nur in Etappen geschehen, indem der Mast mit dem Winschstropp zentimeterweise beim Arbeiten des Rumpfes im Seegang durchgesetzt und jedes Mal die Lose mit einer Leine abgefangen wird. Bild 6.

Bei hoher Bruchstelle und Seegang wird der Mast nach dem Lösen aller Fallen, Wanten und Stagen ganz über Bord gehen. Lässt es das Wetter zu sollte man – fernab vom nächsten Hafen – versuchen, den Maststumpf einschliesslich der Fallen zu bergen. Er wird daher vorab gesichert und nach dem Über-Bord-Gehen so weit an der Fußreling verzurrt, Bild 7(1), dass ein sauberes Abtrennen der oberen Masthälfte möglich ist. Unterstützt wird die Sicherung durch eine Sorgleine, die über die nächste Winsch dichtgesetzt wird. Bild 7(2). Verbindungen Segel / Mast so weit wie möglich entlernen. Bild 7(3 und 4). Vorsichtig um den Mast herum sägen, Bild 7(5), damit keine Fallen durchtrennt werden. Sie sind zum Setzen der Notsegel notwendig.

Ist der Maststumpf sehr schwer, muss zum Aufholen an Deck eine Talje geschoren werden, die an einer Seerelingstütze montiert wird. Die anderen Relingstützen werden abgebaut, sodass der Mastfuß mit einem Tampen, der in der Lochschiene gesichert ist, an Deck gehievt werden kann. Bild 8.

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Ein Notrigg installieren
Ein wirksames Notrigg lässt sich aus dem Großbaum in Verbindung mit dem Spinnakerbaum riggen. Dies wird man versuchen, wenn der gesamte Mast über Bord gegangen ist und sich nicht wieder an Bord holen lässt. Der Großbaum wird auf, beziehungsweise neben dem Mastschuh festgelascht und an seinem Lümmelbeschlag zu bei den Seiten nach achtern und nach vorn abgestagt. An diesem “Maststumpf” kann jetzt der Spinakerbaum als verlängernde Spiere aufgeriggt werden. Ein Rundtörn wird durch die Spi-Nock um den Baum gelegt und der Tampen durch die Öse (oder den Block) des Baumniederholers geschoren. Daran lässt sich der Spibaum vorheißen. Bild 9.

Für die obere Führung legt man einen Rundtörn von der Großbaum-Nock um den Spibaum. Hierfür kann der Großsegel Unterliekstrecker dienen, der im Großbaum geschoren ist. Auch hier wird der Tampen an Deck zurückgeführt, damit der Rundtörn nach dem Aufriggen des Spibaumes durchgesetzt werden kann. Bild 10.

Die “Oberwanten” werden aus den biegsamen Drahtfallen oder überzähligen Taufallen hergestellt. Zum Festsetzen an den Püttings eignen sich Drahtseil-Bügelklemmen, Bild 11, die der “Mastbruch-Werkzeugbeutel” in ausreichender Anzahl beinhalten sollte.

Vor dem Aufriggen darf nicht vergessen werden, ein Fall für das Notsegel über einen Block an der Spibaum-Nock zu scheren. Bild 12.
